
Tuschzeichnung Ein Papier
Size: 21 W x 29.50 L x 0.10 H cm
Schwarz-Weiß
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Lar, die Stadt in der ich lebe, ist ein Spiegelbild einer Welt voller Hoffnungslosigkeit und Leere: wasserlos, graslos, grausam und entmutigend. In dieser sengenden Hitze ging ich auf ihrem gelben, unfruchtbaren Boden spazieren. Hier ist die Natur gleichgültig und niedrig, erfüllt von Depression und Leere. In diesem Vakuum sah ich die verrotteten Knochen toter Tiere, die wie unmissverständliche Zeichen des „Nicht-Seins“ aus der Erde ragten. Zunächst löste diese unverblümte Begegnung Angst in mir aus. Die Knochen, die unter der heißen Sonne von Lar weiß geworden waren, waren für mich eine Botschaft über mein eigenes unausweichliches Schicksal: das Verschwinden.
Bei jeder Begegnung war mein Wesen voller Entsetzen und mein Herzschlag beschleunigte sich.
Ich wollte die Knochen nicht einmal ansehen. Schließlich flüchtete ich aus Angst in die Angst.
Nach und nach fing ich an, die Knochen, die ich sah, zu sammeln.
Ich nahm die Knochen mit nach Hause und während ich gleichzeitig Angst hatte und doch neugierig und begierig war, wusch und reinigte ich sie auf rituelle Weise.
Dieser Prozess des Reinigens der Knochen wusch meine letzten Ängste fort. Ich hatte keine Angst mehr vor den Knochen, sondern liebte sie. Jetzt waren sie Teil meines Lebensweges geworden.
Ich brachte die Knochen in mein Atelier und ordnete sie alle sorgfältig auf dem alten Holztisch an. Ich beobachtete sie lange Zeit, nahm dann einen Fineliner und einen weißen Karton und begann, den größten Schädel zu zeichnen, den ich aus der Erde gefunden hatte. Jeder Strich auf der Oberfläche des Kartons beruhigte mein Herz und erfüllte mein Wesen mit Frieden.
Von da an sind die Knochen für mich keine Symbole mehr für Tod und Nicht-Sein, sondern Symbole der Schöpfung. Symbole für die Geburt eines neuen Kunstwerks auf dem weißen Herzen des Papiers🙂
- Medium
- drawing
- Technik
- ink
- Stil
- black&white
- Thema
- still-life





